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Passivrauchen bedeutet, Giftstoffen ausgesetzt zu sein. Angesichts dieser wirklich schlichten Feststellung verwundert es, dass die Schädlichkeit überhaupt noch gelegentlich bestritten wird. Entsprechende Studien verweisen auf den fehlenden Nachweise einer unmittelbaren Kausalität zwischen passiv rauchen und späteren Erkrankungen. Typische Erkrankungen wie einige Krebsarten und Herzerkrankungen treten in der Tat mit mehrjähriger Verzögerung auf, weswegen ein direkter Nachweis der Kausalität zwischen passiv rauchen und Erkrankung tatsächlich nicht möglich ist.
Die Datenlage
Zweifelsfrei bewiesen ist heute, dass passivrauchen zu einer deutlich erhöhten Konzentration von Giftstoffen im Körper führt. Kritiker bemängeln, dass die empirischen Beweise fehlen, dass diese Giftstoffe tatsächlich Schäden verursachen. Dieses Argument ist nahezu lächerlich, aber paradoxer Weise statistisch sogar begründbar: Das methodische Problem besteht darin, eine Kontrollgruppe zu identifizieren, die in ihrem gesamten Leben keinen erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt war. Das führt dazu, dass die empirischen Studien typischer Weise eine Erhöhung des Risikos schwerer Erkrankungen durch passivrauchen von lediglich 20 % ergeben, weil auch in der „Nicht-Passivraucher-Gruppe“ relativ viele Erkrankungen auftreten.
Allerdings wird ein solcher dezidierter Nachweis, dass schädliche Gifte tatsächlich Schäden verursachen, ansonsten aus guten Gründen nie verlangt. Niemand käme beispielsweise auf die Idee, die Schädlichkeit eines nachweislich mit krebserregenden Stoffen kontaminierten Teppichs anzuzweifeln, bis ein zweifelsfrei auf diesen Teppich zurückzuführender Todesfall eingetreten ist.
Ein wichtiges Nachweisverfahren
Der Nachweis, das passivrauchen zu einer erheblichen Aufnahme von Schadstoffen führt, kann leicht erbracht werden. Das beim Abbau von Nikotin im Körper entstehende Cotinin ist zu diesem Zweck sehr gut geeignet, da es im Blut und im Urin leicht nachgewiesen werden kann. Passivraucher weisen einen gegenüber Nichtrauchern deutlich erhöhten Cotinin-Spiegel auf. Wichtig ist, dass das Vorhandensein von Cotinin selbst nicht als gesundheitsschädlich eingestuft wird, sondern lediglich als Nachweis für die Nikotinaufnahme dient. Das Argument einiger Kritiker, auch der Verzehr einiger gesunder Nahrungsmittel führe zu einem erhöhten Cotinin-Spiegel, ist insofern zwar richtig, geht aber ins Leere.
Feinstaub im Zigarettenrauch
Eine gefährliche Eigenschaft des Tabakrauchs ist das Vorhandensein von Feinstaub-Partikeln. Die Gefährlichkeit beruht auf ihrer Größe und hängt nur wenig davon ab, aus welchem Material diese Partikel bestehen. Aufgrund ihrer Größe durchdringen sie Mund- und Nasenschleimhäute weitgehend ungehindert und dringen in die Lunge ein, wo sie sich im Gewebe festsetzen. Als Folge können Asthma und Allergien auftreten sowie eine erhebliche Verschlimmerung bereits vorhandener Atemwegserkrankungen.
Erhöhte Konzentrationen im Nebenstromrauch
Ein Raucher inhaliert etwa 25 % des Rauchs einer Zigarette, den so genannten Hauptstrom. Der wieder ausgeatmete sowie der durch das Glimmen der Zigarette verursachte Rauch bilden den so genannten Nebenstrom. Die Konzentration krebserregender Stoffe – wie beispielsweise Dioxine- ist im Nebenstrom bis zu 30-mal höher als im Hauptstrom. Die Konzentration dieser Stoffe in der Raumluft ist also deutlich höher, als es die Rauchkonzentration erwarten ließe. In stark verqualmten Räumen werden durch passiv rauchen daher in ein bis zwei Stunden ungefähr so viele Giftstoffe aufgenommen wie durch das aktive Rauchen einer Zigarette. Kritisch ist diese Menge insbesondere für Kinder und für Personen, die dieser Belastung regelmäßig ausgesetzt sind.