Raucherhusten

Der Raucherhusten ist ein zusammenfassender Begriff für verschiedene Erkrankungen der Lunge, die durch jahrelanges, starkes Rauchen entstehen können. In der medizinischen Fachsprache wird er als chronisch obstruktive Lungenkrankheit bezeichnet, was ebenfalls ein Sammelbegriff für mehrere mögliche Erkrankungen ist. Heilbar ist die Erkrankung nicht, die Symptome lassen sich allerdings lindern – neben dem charakteristischen Husten gibt es noch weitere, die je nach Patient unterschiedlich ausgeprägt sind.



Symptome

Die wichtigsten Symptome des Raucherhustens werden als “AHA”-Symptome bezeichnet. Der Name rührt von ihrem Anfangsbuchstaben her: Atemnot, Husten, Auswurf. Die Atemnot kann die Lebensqualität des betroffenen Patienten stark einschränken. Zu Beginn der Erkrankung tritt sie vor allem unter Belastung auf, wobei bereits kleinere Belastungen genügen, um sie zu provozieren. Schließlich kann der Patient auch im Ruhezustand nicht mehr richtig durchatmen.
Der Husten entwickelt sich spontan und ist chronisch, er geht über mehrere Monate oder Jahre – wenn die Erkrankung diagnostiziert wird, leidet der Patient meist schon längere Zeit am Husten. Meist ist er morgens besonders stark ausgeprägt und führt dann gleichzeitig zum verstärkten Auswurf. Außerdem ist er in den kälteren Jahreszeiten oftmals schlimmer als im Frühling und im Sommer.
Der Auswurf lässt sich durch den verstärkten Husten vor allem morgens leicht abhusten. Er hat einen leicht bräunlichen Farbton, der auf Giftstoffe in der Lunge hindeutet. Gelegentlich können Blutbeimengungen im Auswurf vorkommen. Je nach der zugrundeliegenden Erkrankung wird unterschiedlich viel Auswurf abgehustet.

Ursachen

Nahezu alle Patienten, die Raucherhusten entwickeln, sind tatsächlich Raucher oder wurden dem Zigarettenrauch jahrelang stark ausgesetzt. Der Rauch des Tabaks führt zu einer vermehrten Anzahl an freien Sauerstoffradikalen im Atmungstrakt, außerdem werden die Schutzfunktionen der Lunge gegen die eigene Zerstörung stark herabgesetzt. Umweltverschmutzung ist jedoch ein weiterer großer Faktor des Raucherhustens, sodass auch Nichtraucher die Symptome entwickeln können. Bakterien spielen ebenfalls eine Rolle – der Raucherhusten kann sich beispielsweise aus einer vorausgegangenen Tuberkulose entwickeln.

Behandlung

Obwohl es sich beim Raucherhusten um verschiedene konkrete Erkrankungen des Atemtraktes handeln kann, besteht der erste Schritt darin, pauschal alle schädlichen Einflüsse auszuschalten. Das Rauchen muss aufgegeben werden, wenn die Erkrankung nicht rapide fortschreiten soll. Passivrauchen und der Aufenthalt in Gegenden mit starker Umweltverschmutzung müssen ebenfalls vermieden werden. Wenn der Zustand diagnostiziert wird, ist er zwar bereits irreversibel, sein Fortschreiten lässt sich aber weiterhin bremsen. Medikamentös wird vor allem mit Bronchodilatoren behandelt, die die Bronchien erweitern und damit den Zustand allgemein etwas bessern sollen – den Patienten fällt beispielsweise das Abhusten des Auswurfs und das Atmen leichter. Bei fortgeschrittenem Stadium wird begleitend dazu mit Glucocorticoiden gearbeitet, die die Lebensqualität des Patienten etwas verbessern sollen.
Bei starker Atemnot kann zusätzlich zur medikamentösen Behandlung eine Atemtherapie begonnen werden. Diese besteht in der langfristigen Sauerstoffgabe. Auch diese Form der Therapie wird nur dann angewendet, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Dadurch bessert sich erheblich die Lebensqualität und der Patient wird wieder geringfügig belastbarer.
In besonders schweren Fällen besteht die Behandlung darin, einen oder beide Lungenflügel zu transplantieren. Dies ist zwar immer die letzte Entscheidung, die zur Therapie getroffen wird, kann aber erforderlich sein, wenn die Lunge bereits stark zerstört ist. Die Transplantation der Lungenflügel findet allerdings nur selten Anwendung, da bei Patienten mit Raucherhusten bereits andere Begleiterkrankungen aufgetreten sind. Daher wäre die Lebenserwartung auch mit neuer Lunge nur gering, sodass auf eine Kombination anderer Behandlungsmaßnahmen zurückgegriffen wird.

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